Jan. 25, 2012

Dieses Video soll es mir gestatten den Weltfrieden auszulösen, in den Berliner Kneipenchor aufgenommen zu werden und all meinem Mitmenschen mitzuteilen, dass ich ab dem 26.01. wieder in Berlin verweile.

Jan. 22, 2012

I like the peace in the backseat,
I don’t have to drive,
I don’t have to speak,
I can watch the country side,
and I can fall asleep.
Arcade Fire - In The Backseat (YouTube-Video)
Jan. 15, 2012


Anfang Zweitausend

Ich komme in den Altbau herein, laufe vier Stockwerke hoch, trete durch die Tür und befinde mich in einem verkramten Wohnungsflur. Es riecht leicht nach Räucherstäbchen und Waschpulver, ein Geruch, den ich unter Studenten in den Mittzwanzigern stets wiedererkennen würde. Rechts, am Ende des Flurs, ist das Arbeitszimmer der Beiden. Gleich um die Ecke steht die riesige Hifi-Anlage, bestehend aus vielen Einzelmodulen inklusive Mididiskgerät und Plattenspieler. Darauf stapeln sich die CDs, auf denen sich wiederum deutlich der Staub abzeichnet. In der Ecke lehnt ein Mountainbike mit dreckigen Reifen an der Wand, gegenüber steht in einem großen Ikea-Drahtregal ganz unten ein Fernseher. Die Regale darüber sind wahlweise mit alten Büchern oder stapelweise Unterlagen vollgestopft, deren Ordnung eindeutig im Chaos liegt. Neben der Fensterfront ist eine Balkontür zu einem dieser tristen kleinen Betonbalkone mit vertrockneten Kübelpflanzen, auf denen man nichtmal richtig frühstücken kann oder will. Auf dem Massivholzschreibtisch, voll mit noch mehr Unterlagen und Studienzeug, steht das IBM-Thinkpad mit 65k-Internetanschluss. Gut sichtbar läuft Napster im Vordergrund, lädt sich einzeln Songs, Stück für Stück. Ich bekomme gezeigt, was alles auf der Festplatte ist und was da noch im Internet darauf wartet, heruntergeladen zu werden. Aus Interesse suche ich nach “Britney Spears” und bekomme am Ende den ersten Titel, den ich von Placebo je gehört habe, vorgespielt. Ich verstehe kein Wort, kann nicht mal den Bandnamen richtig aussprechen, aber es gefällt mir.

Jan. 14, 2012


“Außer meinem Mann und meinem Vater kuschelt bestimmt kein männliches Wesen jemals mit meinen Kleinkindern!”

Am 13.01.2012 ist auf Zeit Online ein Artikel über die Suche nach Erziehern und mehr Männern in Kitas erschienen.

Im Folgenden möchte ich aus den knapp 100 Kommentaren, die bisher abgegeben wurden, die für mich Erschreckendsten dokumentieren. Diese Auswahl ist oft gekürzt und nicht repräsentativ, Kritiker sind den Befürwortern zahlenmäßig und argumentativ gefühlt deutlich unterlegen. Das Highlight kommt zum Schluss.

Nachdem bekannt ist, dass Frauen ungern unter “ihrem Stand” heiraten und der Sozialprestigefaktor und der Versorgerstatus eines Erziehers eher niedrig sind, sehe ich da ein paar Probleme für die Jungs.

Kommentar 8 vom Benutzer “Reallast”.

Ich glaube kaum das die paar Männer die das bisher so machen auch nach 5-10 Jahren noch so weitermachen. Wenn ja meinen Respekt. Aber mehr nicht. Frauen machen das Teilzeit und als Zuverdienst zum Gehalt des Mannes. Aber als Alleinverdiener?

Kommetar 15 vom Benutzer “robert56”.

Aber es ist eben so ein furchtbar aufregendes Gender-Thema (Er als Teilzeit-Erzieher in der Krippe und sie als Quotenmanagerin bei der Telekom): Aufbrechen von überkommenen Geschlechterrollen! Und deshalb muss das dem Manne unbedingt auf Teufel komm’ raus schmackhaft gemacht werden.

Kommentar 17 vom Benutzer “Tankwart”.

Es ist nun einmal so, dass der Erzieherberuf von Männern kaum nachgefragt wird. Generationen von Kindern hat es im übrigen nicht geschadet, von “Kindergärtnerinnen” wie sie damals hießen, betreut worden zu sein.

Kommentar 32 vom Benutzer “sassenach”.

Das mit dem Kuscheln soll wohl ein Witz sein? Drei mal darf man raten, in welche Berufe es Pädophile künftig ziehen wird, wenn ihnen die Türen zu den Kitas so bereitwillig geöffnet werden. Außer meinem Mann und meinem Vater kuschelt bestimmt kein männliches Wesen jemals mit meinen Kleinkindern! Da würde ich ja eher die Tagesstätte wechseln oder meine Kinder komplett alleine betreuen. Seit der Lektüre des Buches “Es geschieht am helllichten Tag” habe ich zu solchen Experimenten kein entspanntes Verhältnis mehr.

Kommentar 52 vom Benutzer “bergstroem”.

Soll doch jeder den Beruf ergreifen, den er will. Und wenn Berufe im Erziehungsbereich überproportional häufig von Frauen gewählt werden, dann ist das eben so. Die werden schon wissen, was sie wollen. Der Staat und die von ihm betriebene Systempresse-Maschinerie haben sich da jedenfalls rauszuhalten.

Kommentar 53 vom Benutzer “Thomas Eckert”.

Für meine Kinder bin ICH verantwortlich und da ich keinem fremden Mann hinter die Stirn sehen kann, lehne ich Kleinkinderbetreuung durch Männer generell ab. Das ist reine Prophylaxe und nichts persönliches. Ich unterstelle niemandem pädophile Motive, da ich sie jedoch nicht ausschließen kann und die meisten Pädophilen nun mal Männer sind, sehe ich aus Gründen der Prävention keine Alternative.

Kommentar 60, erneut vom Benutzer “bergstroem”.

Mich wundert diese Kuschelei ohnehin, denn in keiner Kita, die meine Kinder von Krippe bis Hort besuchten, gehörte Kuscheln mit Erzieherinnen oder Erziehern (zwei sind mir begegnet) zur Idee der Einrichtung. Kuschelnd mit Erwachsenen habe ich auch nur Kinder erlebt, die Probleme zu Hause hatten und völlig distanzlos waren. Ansonsten gab es Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder, wenn sie z.B. müde waren und da kuschelten sie dann mit anderen Kindern oder ihren Kuscheltierchen. Beim Vorlesen war die Gruppe anwesend oder die Hälfte der Kinder und es ging darum, runter zu kommen z.B. vor dem Mittagsschlaf, was allerdings nicht bedeutete, dass man mit den Erzieherinnen oder Erziehern körperliche Nähe erlebte. Diese Form der Zärtlichkeit kenne ich nur mit den eigenen Kindern z.B. abends vor dem Einschlafen, wenn zu Hause im Bett vorgelesen wird.. Und ehrlich gesagt, hätte ich erfahren oder erlebt, dass so vorgegangen wird, hätte ich zumindest ein Gespräch geführt, das zu ändern. Geht meiner Meinung nach gar nicht.

Kommentar 86 vom Benutzer “christygoe”.

Jan. 12, 2012


Lebensarchiv, offline

2006 ist das leere Jahr. In meinem Lebenslauf steht dort, ich hätte meinen Schulabschluss gemacht und ein freiwilliges Jahr angefangen, jedoch findet sich in meinem Fotoarchiv davon nichts. Ein Scan von dem entsprechenden Abschlusszeugnis liegt in meinem Dokumente-Ordner, eine Kopie des Vertrages für meine erste Arbeit sicher in einem der unzähligen Ordner in einem der zahlreichen Umzugskartons. Aber was habe ich da gemacht, wer waren meine Freunde, mit wem habe ich mich gestritten, welche Partys habe ich besucht und welche Entscheidungen getroffen? Nichts steht da, es ist sechs Jahre her, fast nichts gibt meine Erinnerung her, in weiteren sechs Jahren wird 2006 zwölf Jahre her sein und wiederum nichts deutet darauf hin, dass meine Erinnerung irgendwann wieder klarer wird.

Irgendwann wurden die erlebten Dinge so merkwürdig, dass ich Ende des letzten Jahres damit angefangen habe in ein Tagebuch zu schreiben. Nicht so wie pubertierende Vierzehnjährige und doch eigentlich gar nicht viel anders. Erlebnisse, Gefühle verschriftlichen und tollen Tagen einen Stern verpassen. Day One synchronisiert mein Leben zwischen meinem Laptop und mobilem Endgerät und bis jetzt macht es unglaublichen Spaß, den wegrinnenden Sand zwischen den Fingern zu greifen und festzuhalten. 

Auch, wenn Erinnerung weiterhin nach denkwürdigen Ereignissen verlangt, auch, wenn 2006 vermutlich ein absolut langweiliges Jahr mit durchschnittlichen Herausforderungen war, zwischen Babyfotoalben und einem fragilen Digitalfotoarchiv ohne Backup möchte ich das, was ich heute erlebe wenigstens für morgen festhalten, an die nächsten zwölf Jahre ist dabei noch gar nicht zu denken. Deshalb schreibe ich dieses Jahr digitales Tagebuch und schaue später im Jahr mal, was sich noch so in all den Umzugs- und Schuhkartons verbirgt. Vielleicht ja eine Amazon-Rechnung von 2006.

Jan. 2, 2012

There was a boy
A very strange enchanted boy
They say he wandered very far, very far
Over land and sea
A little shy
And sad of eye
But very wise
Was he

And then one day
A magic day he came my way
And while we spoke of many things, fools and kings
This he said to me
“The greatest thing
You’ll ever learn
Is just to love
And be loved
In return”

Nat King Cole - Nature Boy
Dez. 31, 2011

[Flash 9 is required to listen to audio.]

I found her just in time/
always on my side/
she wanted to be mine/
but yesterday she died.

(Slut - Medea aus dem Album For Exercise And Amusement)

Dez. 29, 2011


ZWEITAUSENDUNDZWÖLF

Zugenommen oder abgenommen? Äußerlich abgenommen, die Waage weigert sich aber. Muskeln sind Schweine.

Haare länger oder kürzer? Unwesentlich länger.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Keinen Grund zur Beschwerde, danke.

Mehr ausgegeben oder weniger? Mehr, mein Leben auf Zeit nach Sizilien zu verlegen hat den Umsatz deutlich erhöht.

Der hirnrissigste Plan? Für fünf Monate nach Sizilien zu gehen und alles auf die leichte Schulter zu nehmen. Ein grandioser Quatsch, der so viele Folgen nach sich zieht, dass ich eben diese Folgen jetzt, einen Monat vor meiner Rückkehr, noch nicht mal ansatzweise absehen kann.

Die gefährlichste Unternehmung? Mit einem Billo-Mountainbike downhill die sizilianischen Berge runterrasen. Boy, da ist mir das Herz in die Hose gerutscht.

Die teuerste Anschaffung? Flugtickets. Eine Retrokamera von Lomo. Und ein neuer Laptop von Apple.

Das leckerste Essen? Abendessen bei Don Ciccio auf Sizilien, gleich zwei mal.

Das beeindruckendste Buch? Goethes Die Leiden des jungen Werthers. Übermotiviert sowie liebestrunken völlig darin versunken.

Der berührendste Film? In meiner Erinnerung keine Filme gesehen. (Berlinale, war da nicht was? Vergessen.) Dafür nachhaltig beeindruckt von der 4. Staffel Breaking Bad gewesen.

Das beste Lied? Jeans Team - Das Zelt. Gut weil passend.

Das schönste Konzert? Wir sind Helden am Kölner Tanzbrunnen, Kölsch und Frau Serotonic, eine äußerst angenehme Konstellation.

Die meiste Zeit verbracht mit…? MacBook Pro. Da soll im nächsten Jahr bitte wieder eine Person mit weniger Aluminiumanteil stehen.

Die schönste Zeit verbracht mit…? Dings unter Palmen.

Vorherrschendes Gefühl 2011? Zweierlei: Stress und Sorglosigkeit. Mit beidem ist es jetzt hoffentlich vorbei.

2011 zum ersten Mal getan? Ernsthaft den Wert meines Lebens abgewogen und dann testweise mal losgelassen.

2011 nach langer Zeit wieder getan? Sport. Nahezu jeden Tag am Meer joggen hat seinen besonderen Reiz.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Softdrinks, Nebenjobs und Naivität.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Passt schon. (Wie falsch man liegen kann.)

2011 war mit einem Wort…? Oltranza.

Dez. 26, 2011


Einen Schritt zurück

Was hat Goethe eigentlich in seinen Naturwissenschaftlichen Schriften für Quark verzapft, damit Rudolf Steiner erst auf so einen dermaßen Holzweg kommen konnte? Nicht, dass ich Lust hätte, mich durch diese Bücher durchzuknabbern, aber über eine Antwort wäre ich schon sehr dankbar.

Dez. 22, 2011

It’s not the size of the tree that matters,
it’s how you hang your balls.
1001 rules for my unborn son: 515.
Dez. 16, 2011


Mountains beyond mountains

Erst habe ich mich über das fantastische Album von Arcade Fire, The Suburbs, riesig gefreut. Dann kamen irre, tief ins Herz gehende Videos wie das zum gleichnamigen Song oder interaktive Browseradventures wie The Wilderness Downtown. Und jetzt wird mit dem Video zu “Sprawl II” alles so verstörend, dass ich mit Gewissheit und ohne die Herrschaften jemals live gesehen zu haben endlich sagen kann: Arcade Fire ist meine Lieblingsband. Und dann kommt erstmal lange, lange nichts.

Unterhalb das verrückte Video, das interaktive Abenteuer mit Kamera und ordentlich RAM-Verbrauch gibt es unter sprawl2.com.

Dez. 13, 2011

benjaminnickel:

Europa.

benjaminnickel:

Europa.

Dez. 5, 2011

R: I watched the sunrise today. Couldn’t sleep.
D: How was it?
R: Average.
Mad Men, S03E07
Dez. 2, 2011

Ein unscharfer Blick auf Kreuzberg im Jahr 1979.

(via Pimpettes)

Nov. 19, 2011


Das digitale Buch

Es ist einige Jahre her, aber mein einstmals aufgestellter Anspruch an einen Ebook-Reader ist nie verblasst: Ich möchte morgens aufstehen und die Tageszeitung auf meinem Küchentisch vorfinden, egal, wo ich mich in der Welt befinde. Ich möchte den Kaffee machen, aber mich nicht um die Unterhaltung kümmern müssen. Das Lieblingsbuch sollte lesbar sein und meine Augen beim Schmökern unter der Bettdecke nicht leiden. Ach ja, und ich muss ihn mir leisten können. Alle paar Monate habe ich diesen Anspruch mit der Realität abgeglichen und bin enttäuscht zu den Papierausgaben zurückgekehrt. Bis der neue Kindle kam.

Über einen Reseller habe ich mir die amerikanische Edition mit Werbung für 79€ zuschicken lassen, das deutsche Original mit hübscheren Bildschirmschonern kostet 99€. Und jeder Euro lohnt sich, aus Gründen, die vielerorts schon genannt wurden. Deshalb nur kurz: Es ist das billigstmögliche Gerät, dass sich bestens dafür eignet um genau eine Sache zu tun: Bücher und (bedingt) Zeitschriften zu lesen. Nichts lenkt mich ab, kein Tweet poppt auf, der Fokus liegt klar beim Lesen und das brauche ich auch. Ich habe die taz für 10€ im Monat abonniert und bin hochzufrieden, habe mir alte Klassiker wie Die italienische Reise von Goethe kostenlos heruntergeladen und Bücher wie Der Gotteswahn bereits gekauft und angelesen. Und wenn ich wieder in Berlin bin und längere Bahnstrecken vor mir habe liebäugle ich sicherlich auch mit einem Abo der Zeit.

Für mich bringt der Kindle eine neue Möglichkeit, schnell und bequem zu lesen, ohne vorher schon zu wissen, welches Buch mich in der S-Bahn interessieren würde, er bringt eine bequeme Auswahl an Literatur kombiniert in einer Verpackung, die im Notfall auch mal kaputt gehen darf oder geklaut werden kann. Denn: Der Kindle ist so günstig, dass ich ihn mir im Zweifelsfall auch noch ein zweites Mal anschaffen könnte. Und würde. 

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